Raymond Chandler: Der große Schlaf

Raymond Chandler hat mit „Der große Schlaf“ den hard-boiled detective erschaffen, der trinkt, raucht und alle Frauen haben kann – auch wenn er gar nicht will.

Philip Marlowe – in Kriminalfällen ist seine Logik nüchterner als er selbst,
seine Menschenkenntnis und seine Erfahrung besser als die eines jeden Polizeibeamten.

Der große Schlaf  ist der Klassiker, der ein neues Genre des Detektivromans begründet:
Philip Marlowe wird von General Sternwood beauftragt, die Erpressung seiner Tochter Carmen zu beenden. Carmen, ein verruchtes junges Ding, das immerzu am Daumen lutscht, zerrt nicht nur mit ständigem Gekicher an Marlowes Nerven. Eines Nachts findet er sie nackt und high im Haus ihres Erpressers, der erschossen auf dem Boden liegt. Marlowe bringt sie in Sicherheit, doch als er zurückkehrt, ist die Leiche verschwunden. Auf der Suche nach dem Mörder gerät er nicht nur mit dem Gesetz in Konflikt, sondern legt sich auch mit dem örtlichen Gangsterboss an…

Raymond Chandler gilt als der Pionier der „hardboiled detective fiction“. Er wird in einem Zuge mit Dashiell  Hammet (The Maltese Falcon) genannt und wurde mit seinem ersten Roman The Big Sleep (dt. Der große Schlaf) weltweit bekannt. Für diesen Roman erfand er den abgebrühten Detektiv Philip Marlowe, dem Humphrey Bogart im gleichnamigen Film ein unvergessliches Gesicht gegeben hat.

Thomas M. Müller hat den Stil der Dreißigerjahre und die Abgebrühtheit Marlowes in großartigen Bildern dargestellt.

Die Illustrationen schießen wie Billardkugeln umher – Thomas M. Müller über sein Konzept zu Raymond Chandler.

„Sie sind irrsinnig groß.“, sagt Carmen  Sternwood, als sie Philip Marlowe zum ersten Mal begegnet. Der Ich-Erzähler ist präzis und phantasievoll in seinen Beschreibungen. Er gibt sich uns als cooler amerikanischer Held zu erkennen. Unsere Vorstellung von Ort, Zeit und  Milieu ist geprägt von Filmen, Magazinen, Gemälden, Polizeifotos … Die Illustrationen schießen wie Billardkugeln zwischen diesem Material umher, sie sind ein bisschen flüchtig, nicht immer bietet sich der Blick vom Logenplatz aufs Geschehen. Sie sind Begleitmusik: manchmal bereichernd, manchmal störend. Sie machen Appetit, aber nicht satt. In Howard Hawks’ Verfilmung von 1946 sagt Carmen Sternwood bei der ersten Begegnung mit Marlowe: „Ein bisschen klein sind Sie geraten“. Den spielt natürlich Humphrey Bogart. Und der war 1,65.  Thomas M. Müller

Thomas M. Müller, 1966 in Gera geboren, ist Buchillustrator, zeichnet Plakate und Grafiken und lebt mit seiner Familie in Leipzig. Für die Büchergilde hat Thomas M. Müller die Tollen Hefte Der Hardrock-Himmel von T. C. Boyle sowie Ein Ablehnungsbescheid und die Folgen von Charles Bukowski illustriert.

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Raymond Chandler: Der große Schlaf

Übersetzung: Ortlepp, Gunar
Illustration: Müller, Thomas M.
304 Seiten mit 20 Illustrationen, gebunden
2013
– Edition Büchergilde –
24,95 EUR
(Für Mitglieder der Büchergilde: EUR 22,95)

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