Essad Bey: Öl und Blut im Orient

Der autobiografische Bericht von einem Mann voller Rätsel – von einem Juden aus Baku am Kaspischen Meer, der zum Muslim wurde.
Essad Bey war zu seiner Zeit ein weltbekannter Orientexperte und faszinierend-schillernder Bestsellerautor.

Aiserbaidschan und die Region am Kaspischen Meer – seit dem Ölrausch Mitte des 19. Jahrhunderts im Fokus globaler Interessen, strategisches Spielfeld kolonialen Strebens und klandestines Ziel von Hitlers imperialen Plänen im Osten.

Essad Beys »autobiografischer« Bericht führt in die Zeit um den Ersten Weltkrieg und präsentiert die lokalen Akteure, die ersten Ölmillionäre, ethnische, religiöse und politische Konflikte zwischen Aserbaidschanern, Armeniern und Persern, Bolschewisten und Monarchisten, Christen, Juden und Muslimen rund um die erste Rohbenzin-, die »Naphtha«-Industrie.

Vor dem Hintergrund einer Weltgeschichte, die sich in den wenigen Straßen, Pfaden, Hütten und Palästen der explosionsartig wachsenden Stadt Baku abspielt, schildert Essad Bey seine eigene Kindheit und Jugend als Sohn eines Ölbarons.
Wurde die Glaubwürdigkeit der autobiografischen Details zurecht angezweifelt, lässt sich an der Eindrücklichkeit des Berichts noch die bis in die Gegenwart aktuelle Gemengelage an einer der erdölreichsten Regionen der Erde verstehen.
Essad Beys Bericht verfügt über eine Authentizität, wie sie nur die Literatur auszeichnet.

„Öl und Blut im Orient. Ein autobiographischer Bericht“ wurde erstmals 1929 in der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart veröffentlicht.
Sebastian Januszewski hat unseren Band mit einem Nachwort zum Leben von Essad Bey versehen, Marko Martin begibt sich in seinem Essay auf die Spuren Essad Beys im heutigen Baku.

Ein Ausschnitt aus einem Artikel der TIM (THE ISLAMIC MONTHLY, AN AWARD-WINNING, NONRELIGIOUS CURRENT AFFAIRS PLATFORM):

Bey’s real aptitude, however, lay in fashioning his own mercurial identity. Until his death in 1942, he spun a web of mystery regarding his real persona, engaging in all manner of ruses and PR stunts designed to keep him in the public eye. He would show up at Berlin’s famous literary haunt, Café des Westens, donning a turban and flowing robes. It was all part of his bid to play up his image as a man from the East.

The Café des Westens in Berlin > Public domain via Wikipedia

In essence, Bey’s fascination for the Orient hearkened back to the 19th-century vogue among Jews in Berlin for all things Eastern, when Jews adopted a “Moorish style” in architecture that summoned up associations of the Jewish-Muslim mélange of Andalusia and Granada, when Muslim caliphates ruled in Spain and Jews rose to incomparable status in society.

According to Berlin researcher and rare book collector Hasan Haacke, Bey was extremely well connected in the Islamic scene in Berlin in the 1920s. “Everyone knew Bey,” Haacke told me. “Only no one knew where he came from and where he was going, and there was something very mysterious about him.  And he tried to foster this mystery.  He didn’t say, ‘Hey people, this is where I’m from.’ Rather he kept people guessing. Right till the last minute.”

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Essad Bey: Öl und Blut im Orient

Autobiographischer Bericht
Mit einem Essay von Marko Martin und einem Nachwort von Sebastian Januszewski

Originalausgabe, nummeriert und limitiert.
Buchgestaltung: Hannes Aechter, Berlin.
Geprägte Buchschlaufe, bedruckter und haptisch veredelter Überzug.
Fadenheftung, Lesebändchen
360 Seiten
– Die Andere Bibliothek –
42 EUR

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