Otessa Moshfegh: Der Tod in ihren Händen

 

Nach „Mein Jahr der Ruhe und Entspannung“ erzählt Ottessa Moshfegh in ihrem neuen Roman „Der Tod in Ihren Händen“ eine Kriminalgeschichte der anderen Art: spannend, beängstigend, bewegend.

Bei Sonnenaufgang läuft Vesta mit ihrem Hund eine Runde durch den Wald – die tägliche Routine einer einsamen alten Frau -, als sie einen Zettel findet: „Ihr Name war Magda. Niemand wird je erfahren, wer sie getötet hat. Hier ist ihre Leiche.“
Obwohl von der jede Spur fehlt, lässt Vesta der Gedanke an einen Mord nicht mehr los. Wer war Magda? Und wer könnte ihr Mörder sein? Die Aufklärung dieser Fragen wird zu Vestas Mission. Doch je tiefer sie sich in den Fall verstrickt, desto deutlicher treten ihre eigenen Abgründe hervor.
Ottessa Moshfegh, eine der aufregendsten Autorinnen unserer Zeit, schreibt in ihrem neuen Roman über Einsamkeit – und darüber, wie einfach es ist, nicht nur die anderen, sondern auch sich selbst zu belügen.

 

Selten war sich das literaturkritisierende Feuilleton so einig:

„Eine Geschichte über die Macht der Fiktion und die Frage, ob mit ihrer Hilfe die Rettung gelingen kann, wenn das Leben schrecklich ist.“
Antonia Löffler, Ö1 Ex libris, 14.02.21

„Vestas psychische Talfahrt zu verfolgen ist ein bisschen so, als sähe man ein Auto auf eine Klippe zurasen. Obwohl man das Ende kennt, blickt man gebannt hin.“
Melanie Mühl, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.02.21

„Wer Moshfegh für eine gemein-gewitzte Chronistin des Lebensgefühls der Millennials hielt, muss neu nachdenken. Ihre Vision beschränkt sich nicht auf ein Alter oder Milieu. Der neue Roman … ist eine Etüde in Einsamkeit, ein ‚Der Tod des Iwan Iljitsch‘ fürs 21. Jahrhundert.“
Jan Küveler, Welt, 03.02.21

„Eine raffinierte, kluge Parabel auf die ohnehin absurde Klügelei, was in einem Roman wirklich sei und was nicht. … Ein von Anke Caroline Burger mit sicherem Gespür für die feinen Wechselfälle des Erzähltons übersetzter Roman.“
Hilmar Klute, Süddeutsche Zeitung, 29.01.21

„Diese Undurchsichtigkeit, das Gefühl, als Leser zwischendurch den Boden unter den Füßen zu verlieren, macht den Reiz der Lektüre aus. … Ottessa Moshfegh lässt die Realitätsebenen unglaublich raffiniert und diskret verschwimmen.“
Peter Körte, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 24.01.21

„Ein mysteriöses Vexierspiel zwischen Traum und Realität. Was mich wahnsinnig fasziniert, ist, dass es neben der Kriminalgeschichte, der Imagination von dem Opfer und der Lebensgeschichte der alten Frau eben gleichzeitig eine Geschichte über das Geschichtenerfinden ist.“
Nicola Steiner, SRF Literaturclub, 26.01.21

„Was Ottessa Moshfegh geschafft hat: eigentlich ist es ein Buch über eine Frau, die verrückt wird. Und sie schafft es, dass auch die Lesenden dabei verrückt werden. Ich bin wirklich verrückt geworden, weil ich nicht mehr wusste, wem ich trauen kann.“
Laura de Weck, SRF Literaturclub, 26.01.21

„Moshfegh hat abermals eine bemerkenswerte Figur geschaffen, in deren Innern sie sich nachhaltig zu schaffen macht. … Es ist bemerkenswert, wie Moshfegh es gelingt, eine wahnhafte Noir-Atmosphäre zu schaffen.“
Gerrit Bartels, Tagesspiegel, 26.01.21

„Das radikale Hineinkriechen in eine Subjektivität und deren Bewusstseinsstrom gehört schon lange ins Repertoire moderner Erzähltechniken, wird jedoch von Moshfegh mit beachtlicher Konsequenz performt. … Psychologisch meisterlich komponiert.“
Eva Behrendt, Die Tageszeitung, 26.01.21

 

Foto: Jake Belcher

Ottessa Moshfegh wurde in Boston geboren und ist kroatisch-persischer Abstammung. Für ihre Romane wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem PEN/Hemingway Award. Zuletzt erschienen von ihr die Erzählungen „Heimweh nach einer anderen Welt“ (2020) und „Mein Jahr der Ruhe und Entspannung“ (2018). Ottessa Moshfegh lebt in Los Angeles. Der Tod in ihren Händen ist ihr erster Roman bei Hanser Berlin.

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Otessa Moshfegh: Der Tod in ihren Händen

Roman
Übersetzung: Anke Caroline Burger
2021
Sprache: Deutsch
– Hanser Berlin –
22,00 EUR

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