Tawni O’Dell: Wenn Engel brennen

 

Als Polizeichefin von Buchanan, dem Ort ihrer Kindheit, hat Dove Carnahan schon viel gesehen. Es ist keine kuschelige Gegend:
Vom exzessiven Kohleabbau verwüstete Landstriche liegen brach, Geisterstädte rotten vor sich hin.
Menschen rackern sich ab oder haben sich schon aufgegeben, Träume blühen und welken.
Oder sie verbrennen, wie das tote Mädchen, das in einer glühenden Erdspalte steckt, eingewickelt in eine hübsche Blumendecke..
Der alternde State Trooper Nolan übernimmt die Ermittlung, doch Chief Carnahan bleibt mit dran.
Auf der Suche nach dem Hintergrund der Toten bekommt sie es mit einer berüchtigten Familie zu tun.
Kriminell oder arbeitslos, verschworen und zerstritten – die Trulys sind Redneck-Unterschicht der schlimmsten Spielart.
Und dieses Milieu ruft in der Polizeichefin längst überwunden geglaubte Alpträume wach.
Denn hier ist vieles nicht, wie es scheint.

 

Kommentar der Verlegerin:
Wer auf faszinierende Charaktere steht, wird bei Tawni O’Dell grandios bedient.
Ihre Szenarien sind opulente Sitten­gemälde einer von den Folgen der Gier unterhöhlten Jetztzeit.

Die Romanschriftstellerin ist mit Salinger, Zola und John Steinbeck verglichen worden wegen ihrer Gabe, Personen, Ort, Milieu und gesellschaftliche Verhältnisse zu einem Blue-Collar-Setting zu verdichten, in dem es – aufregend, packend, mit tief fühlbarem Realismus und wohl­dosiert trockenem Humor – um Leben und Tod geht.

Von daher erscheint es absolut folgerichtig, dass sie mit ihrem sechsten Buch Wenn Engel brennen nun einen waschechten Kriminalroman verfasst hat. Tawni O’Dell: »Schon immer liebe ich Whodunnits. Ich wollte die Kleinstadtfiguren, für die ich berühmt bin, und ihren Alltag mit den dramatischen Twists und der Spannung des Genres verknüpfen. Und ich hatte Sehnsucht nach einer Figur, die mir nahe ist und dieselben Hürden, Entdeckungen, Ent­täuschungen, Freuden und Frustrationen erlebt wie ich.«
So kommen wir zu Chief Carnahan, der ersten Polizeichefin des County, einer Frau, die sich nicht mit Klischees zufriedengibt und eine Nase für die Bedeutung des scheinbar Unbedeutenden besitzt. Die genau weiß, wie sehr der Schein trügen kann, weil sie selbst nicht ist, was sie scheint. Eine Ermittlerin, auf die das Genre gewartet hat.
Bitte, bitte mehr davon!
Else Laudan

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Tawni O’Dell: Wenn Engel brennen

Übersetzung: Daisy Dunkel
2019
Sprache: Deutsch
352 Seiten, 18,5 cm, mit Lesebändchen, gebunden
– Argument Verlag –  ;  – Argument Verlag mit Ariadne –
21.00 EUR   

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