Hölderlins Geister

Donnerstag, 14.Mai // 19.30 Uhr

Karl-Heinz Ott zu Gast bei Literatur Moths.

Ein Verrückter? Ein Revolutionär? Schwäbischer Idylliker? Nationaler Kriegsheld? Oder der Vorreiter aller modernen Poesie? Friedrich Hölderlin, der Mann im Turm, ist umkämpft wie kein zweiter deutscher Dichter. Karl-Heinz Ott folgt den Geistern, die er rief, bis in unsere Tage. Am Eingang des Tübinger Hölderlin-Turms stand jahrelang der Satz aufgesprüht: Der Hölderlin isch et veruckt gwä! Und auf dem Höhepunkt der 68er Revolte verkündet man in Paris, Hölderlin habe nur simuliert,

aus Angst vor politischer Verfolgung. Als dann ausgerechnet beim Verlag Roter Stern Hölderlin erscheint, beginnt ein erbitterter Weltanschauungskrieg: Vergreiste Tradition gegen zeitgeistige Verwirrung, so heißen die Feindbilder.

Im 19. Jahrhundert ist Hölderlin fast unbekannt, im 20., nach der Wiederentdeckung durch den George-Kreis, allgegenwärtig. In seinem so witzigen wie gelehrten Essay zeigt Karl-Heinz Ott Hölderlin als großen Spiegel Deutschlands, mit Tübingen als Rahmen: Dort hat Hölderlin den größten Teil seines Lebens zugebracht, dort geistert er bis heute faszinierend umher.   

 

Über den Autor:

KARL-HEINZ OTT, 1957 in Ehingen an der Donau geboren, wurde für sein Werk mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises (1999), dem Alemannischen Literaturpreis (2005), dem Preis der LiteraTour Nord (2006), dem Johann-Peter-Hebel-Preis (2012) und dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2014). Zuletzt erschienen bei Hanser seine Romane Die Auferstehung (2015) sowie Und jeden Morgen das Meer (2018).

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Copyright: Peter-Andreas Hassiepen

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